Frauen in der Spielindustrie

English Version of text here!

In den letzten Tagen berichteten einige Nachrichtenboards über den Hashtag #1reasonwhy  auf Twitter und wie schlimm die Zustände in der Spielindustrie bezüglich Frauen wären. Da ich ja selbst eine Frau bin und das interessant fand, habe ich mir die Artikel und den Hashtag einmal angesehen.

Diverse Amerikanerinnen brüskierten sich darüber, wie Frauen in der Spielebranche behandelt werden und eröffneten deswegen den Hashtag auf Twitter, um auf die Missstände aufmerksam zu machen:

Cindy Gallop: „Women get treated like crap in the games industry. Follow this hashtag to learn extent of that crap. Sexism sucks!”

Eines der vielen Beispiele, die auf dem Hashtag zu finden sind.
Die Frage, die ich mich nach dem Lesen der Artikel zum Thema gestellt habe: Verfehlt die Aussage nicht den Sinn? Die Freiheit des Internets! Jeder kann überall hinschreiben, was er will. Anfangs dachte ich, es geht um die Rolle als Angestellte einer Firma, doch während des Lesens des Hashtags und der darüber verfassten Artikel wurde mir bewusst, dass diverse Leute das dann doch mit ihrem Verstehen von Spielen verwechseln:

Iain Reekie: “I tried the Need For Speed demo the other day and the female voiceover sounded like a sex line operator.”

Hurra! In Spielen, die eindeutig für Mädchen sind, werden Jungs als hirnlose Idioten dargestellt, die nichts anderes können, als vor sich hinzustammeln. Darüber regt sich auch kein Junge auf, warum? Weil es das Genre ist…

Im Prinzip kristallisieren sich zwei “Kernprobleme” aus der Diskussion des Hashtags heraus:

  1. Die Position der Frau in der Spielindustrie und
  2. Die Position der Frau in Spielen.

(Beachten wir mal nicht den, recht unangebrachten, Ton der weiblichen Vertreter in Richtung der, sich zu Wort meldenden männlichen Kollegen)
1.: Es gibt verhältnismäßig weniger Frauen als Männer in der Spielebranche, deswegen sind sie aber meiner Meinung nach nicht zwangsläufig benachteiligt. Zumindest nicht, wenn man sich nur auf irgendwelchen Plattformen als Opfer darstellt und sich darauf ausruht, wie viele Leute Mitleid haben. Es gibt genug Mädels in der Branche, die wirklich Ahnung von dem haben, was sie tun und keinerlei Probleme mit ihren männlichen Kollegen – weil sie sich nicht wie die größten Zimtzicken der Erde aufspielen. Die Gründe, warum so wenig Frauen in der Spielebranche arbeiten: Man denkt nicht über diese Option nach, sieht es als „minderwertige“ Arbeit an oder lässt sich vom allgemeinen Image (fette Nerds in verschwitzten T-Shirts, etc) beeinflussen!
Als gelernte Bürokauffrau hätte ich mir selbst nicht vorstellen können, dass ich mal in der Spielebranche arbeiten werde, aber jetzt bin ich seit über zwei Jahren als Localization Specialist tätig und möchte die Erfahrungen, die ich gesammelt habe, nicht missen. Ob das Geschlecht bei der Vergabe von Jobs eine Rolle spielt, kann und will ich nicht beurteilen – es gibt allerdings auch direkte Jobsuchen nach ausschließlich weiblichen Mitarbeitern, z.B.: für die Betreuung der ausschließlich weiblichen Community von Spiel xxx (nein, ich nenne keine Namen).

2.: Gehen wir mal davon aus, wir spielen nicht nur die Demo (!) von Need for Speed, sondern das ganze Spiel. Irgendwann geht einem die Tante, die man eh nie sieht, sowieso auf dem Wecker, sodass man sie – je nachdem, welchen Teil man von NFS spielt – entweder ausstellt oder leiser schraubt. In diversen anderen, für Jungs programmierten, Spielen, sind rettenswerte Damen vollbusige blonde Wunder der Natur. Wie im Playboy. Nix Neues. Warum also darüber aufregen? Früher oder später stellt eh jeder Mann fest, dass die vollbusigen überschlanken Damen nur auf Hochglanzpapier existieren. Als Frau darf man doch auch den entsprechend supermuskelbepackten Nachbarn von nebenan in Magazinen und Spielen bewundern. Ich glaube, keiner würde mehr das „Rette das Mädchen“-Spiel auch nur mit den Fingerspitzen anfassen, wenn die zu rettende Dame potthässlich ist und man sich zu Tode gruselt. Dafür sind Spiele da: Um Träume wahr werden zu lassen. Nicht, um die Erwartungen von Individuen, die nicht mal zur Zielgruppe gehören, zu befriedigen.

 Fazit: Wenn man Spaß an Drama hat, sollte man sich den Hashtag zu Gemüte führen. Andernfalls kann man ihn getrost aus dem Bewusstsein streichen.

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